Diabetologie

Als anerkannte Diabetes-Schwerpunktpraxis bieten wir ein umfassendes Behandlungsangebot mit Schulungen in Einzel- und Gruppensitzungen für Patienten mit jeder Diabetesform an. Wir veranstalten Schulungen für Menschen mit Diabetes, die ohne Medikamente, mit Tabletten, mit Insulin oder einer Kombination hiervon behandelt werden sowie für Patienten mit Gewichtsproblemen und Bluthochdruck. Bei Komplikationen wie dem diabetischen Fußsyndrom ermöglichen wir durch modernes Wundmanagement auch in Zusammenarbeit mit stationären Einrichtungen sowie Podologen eine optimale Behandlung. Eine interdiziplinäre Fußambulanz, bei der Chirurg, Podologe, orthopädischer Schuhmachermeister und Diabetologe gemeinsam mit dem Patienten arbeiten, gehört zu unserem regelmäßigen Angebot.

Schulung

Patientenseminare unter der Leitung einer erfahrenen Diabetesberaterin helfen dem Patienten bei seiner Selbstbehandlung. Hierbei handelt es sich nicht um reine Wissensvermittlung, sondern um interaktive Gruppenarbeit, die nachweislich die Lebensqualität der Menschen mit Diabetes sowie auch das Auftreten und Voranschreiten von Diabetes-Folgeschäden zu verhindern hilft. Je nach Therapieform und Zielvorstellungen werden Seminare mit unterschiedlichen sich ergänzenden Inhalten angeboten.

Diabetes mellitus Typ 1

Der Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Blutzuckererhöhung, deren Ursache in einer verminderten Insulinbildung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt. Meist erfolgt die Diagnose bereits im Kindes- oder Jugendalter mit vermehrtem Durst, Harndrang sowie Gewichtsverlust. Da die Ursache der Erkrankung in einer „Fehlschaltung“ des Immunsystems liegt, was zur Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse führt, ist eine lebenslange Insulinbehandlung erforderlich.Mit der Insulinbehandlung ist dann eine normale Lebens- und Alltagsgestaltung möglich. Viele Menschen mit Diabetes mellitus bezeichnen sich daher auch als „Diabetes-gesund“ und fühlen sich keinesfalls krank.

Definition des Diabetes mellitus: wiederholte nüchtern-Blutzucker > 110 mg/dl oder zu jedem Zeitpunkt des Tages > 200 mg/dl (auch nach Zuckerbelastung)

Diabetes mellitus Typ 2

Der Diabetes mellitus Typ 2 ist eine Blutzuckererhöhung, deren Ursache in einem erhöhten Insulinbedarf in Kombination mit der fehlenden Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), diesen Mehrbedarf zu decken, liegt. Meist erfolgt die Diagnose nach schleichendem Beginn und wird oft im Rahmen anderer Diagnostik gestellt. Nicht selten leiden Patienten mit Diabetes mellitus an Übergewicht, hohem Blutdruck und Fettstoffwechselstörungen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig mittels Anpassungen und Veränderungen in der Ernährung, körperlicher Bewegung, Tabletten oder Insulin. Ziel ist es, den Blutzucker zu normalisieren, um Spätfolgen an den Nerven, Nieren, Augen oder dem Herzen zu vermeiden.

Definition des Diabetes mellitus: wiederholte nüchtern-Blutzucker > 110 mg/dl oder zu jedem Zeitpunkt des Tages > 200 mg/dl (auch nach Zuckerbelastung)

Schwangerschaft und Diabetes mellitus

1. Die Schwangerschaft einer Diabetikerin sollte idealerweise geplant sein, um durch normnahe Blutzuckereinstellung das Fehlbildungsrisiko des Kindes zu normalisieren. Einzig mögliche Therapie in der Schwangerschaft ist das Insulin (auch für Frauen, die zuvor mit Tabletten behandelt wurden).

In den ersten Monaten der Schwangerschaft schwankt der Insulinbedarf sehr, was die Stoffwechseleinstellung erschwert. Die intensive Zusammenarbeit von Patientin, Gynäkologen und Diabetologen ist dringend erforderlich. Im Schwangerschaftsverlauf steigt der Insulinbedarf stark an. Der Blutzucker stabilisiert sich zusehends. Ziel der Behandlung ist eine glückliche und komplikationsfreie Schwangerschaft.

2. Der Schwangerschaftsdiabetes (oder Gestationsdiabetes) ist eine erstmals in der Schwangerschaft festgestellte Blutzuckererhöhung. Als Suchtest wird der Blutzuckerbelastungstest in der 24.-28. Schwangerschaftswoche empfohlen, dessen Grenzwerte niedriger liegen, als bei nicht-Schwangeren. Nach derzeit gültigen Grenzwerten sollte der Blutzucker nüchtern < 90 mg/dl liegen, nach 1 Stunde < 180 mg/dl sowie nach 2 Stunden < 155 mg/dl.

Pankreas

Bei der Bauchspeicheldrüse, auch Pankreas genannt, handelt es sich um eines der wichtigsten Organe zum Erhalt des Blutzuckergleichgewichts im Körper des Menschen. So hat sie die Möglichkeit durch Abgabe des Hormons Insulin in das Blut den Blutzuckergehalt zu senken. Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt, wo er weiter dem Stoffwechsel zugeführt wird. Auch der blutzuckersteigende „Gegenspieler“ des Insulins, das Glukagon, wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Nach Operationen oder schweren Entzündungen an der Bauchspeicheldrüse kommt es vor, dass die Insulinproduktion nicht mehr ausreicht, um den Bedarf zu decken, so dass es zu Blutzuckeranstiegen kommt, die wir als pankreopriven Diabetes mellitus bezeichnen. Auch hier kommt wie beim Diabetes mellitus Typ 1 neben Diät in der Regel nur die Insulintherapie in Frage.

Übergewicht / Adipositas

In Deutschland nimmt der Anteil an Menschen mit Übergewicht stetig zu. Die Hauptursachen sind sicher Bewegungsmangel und Fehlernährung. Diäten, Kuren, Operationen, Akupunktur etc. haben leider nur selten eine langanhaltende Gewichtsreduktion zur Folge. Mit dem Übergewicht steigt auch das Risiko zur Erkrankungen wir Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen, die allesamt als Hochrisikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall stehen.Als erfolgversprechendste Behandlung ist die Änderung des Lebensstils mit vermehrter Bewegung und fettreduzierter Kost anzustreben. Da viele Menschen mit Diabetes an Übergewicht leiden, wurden strukturierte Behandlungsprogramme entwickelt, um unsere Patienten auf dem Weg der Gewichtsreduktion zu unterstützen.

Bluthochdruck

Erhöhter Blutdruck (oder arterieller Hypertonus) ist neben dem Diabetes mellitus einer der Hauprisikofaktoren für Arterienverkalkung und somit für das Risiko, einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine Durchblutungsstörung der Beine zu erleiden. Viele Menschen mit Diabetes leiden zudem an erhöhtem Blutdruck. Der in Ruhe gemessene Wert sollte 140/90 mmHg (in der Selbstkontrolle 135/85 mmHg) nicht überschreiten. Wir bieten unseren Patienten Seminare zum Thema „Bluthochdruck“ an, in denen über Behandlungsmöglichkeiten medikamentöser und nicht-medikamentöser Art informiert wird sowie die Blutdruck-Selbstkontrolle erlernt werden kann.